Ikeas Möbelmiete in der Schweiz ist bisher kaum erfolgsträchtig

Ikea Möbelmiete in der Schweiz.

Nur ein Kunde mietet Möbel bei Ikea Schweiz

Möbel kaufen konnte man bei Ikea schon immer – seit Februar 2019 können Kunden in der Schweiz die Möbel auch mieten. Diese erwarten jedoch scheinbar etwas anderes als das, was der Möbelhersteller anbietet. Das seit Juni 2019 bestehende Mietmöbel-Angebot für Geschäftskunden wurde bisher nur von einem Unternehmen unterzeichnet. Als hauptsächlichen Grund für die geringe Zahl an Abschlüssen sieht man bei Ikea Schweiz das eingeschränkte Angebot. Die Kunden seien weniger an Paketangeboten interessiert. Sie möchten eher Zugriff auf das komplette Sortiment haben und ihre Mietobjekte individuell selber bestimmen.

Ist Möbelmiete für Ikea überhaupt ein sinnvolles Konzept? 

Vielleicht hat sich Ikea Schweiz jedoch einfach nur verkalkuliert? Viola Wohlgemuth von der Umweltschutzorganisation Greenpeace merkte bereits im Februar in einem Artikel des Business Insiders an, dass eine solche Initiative nur sinnvoll sei, wenn Ikea auch das Design seiner Produkte ändere. Diese müssten so stabil und nachhaltig konstruiert sein, dass sie einen mehrfachen Wohnungs- und Besitzerwechsel auch überleben könnten. „Pressspan-Möbel, wie sie Ikea derzeit produziert, können niemals nachhaltig sein“,so die Aktivistin.

Kleinere Anbieter zeigen, wie es geht

Sind kleinere Anbieter mit einem individuellen Konzept bzw. weniger austauschbaren Möbelstücken eventuell erfolgreicher? Das kleine Start-up Lyght Living aus Berlin bietet in Deutschland Möbel zum Mieten an – mit steigendem Erfolg. Lyght Living mit den Gründerinnen Laura Seiler und Nadine Deuring (eine unserer Digital Apartment Partnerin) pitchte sogar als eines von drei Start-ups bei der Lifestyle-Konferenz Pioneers of Lifestyle 2019 um den Titel Lifestyle-Startup des Jahres und verpasste nur knapp den Sieg.  

Die Entwicklung im Bereich der Möbelmiete bleibt spannend

Wir werden sehen, wie die Entwicklung der Möbelmiete voranschreitet. Die Konkurrenz schläft zumindest nicht: Auch bei Otto Now können Kunden etwa Fernseher oder Waschmaschinen und seit Dezember auch Möbel mieten. Ikeas Pläne für Deutschland sind erst für 2020 angesetzt – bis dahin kann sich noch einiges auf dem Möbelmarkt entwickeln. Das Consumer Barometer von IFH Köln und KPMG zeigt zumindest, dass bereits sechs von 10 Konsumenten eher mieten als kaufen würden. Was Ihnen dabei wichtig ist, seht ihr in der unterstehenden Grafik: 

Wer gerne noch tiefer in die Thematik der Möbelmiete einsteigen möchte, sollte sich unbedingt die Studie zur Möbelmiete von Connox in Kooperation mit Lyght Living ansehen. Viel Spaß!

Euer DA-Team

Annika Bieber

verfasst von: Annika